51. Das preußische Kontinentalsystem
Internationale Handelsverträge, Freihandel und der Deutsche Zollverein
Seit 1814 baute Hamburg mit Zollreform und Handelsverträgen seine Position als Haupthafen Deutschlands und Nordeuropas planmäßig aus. Preußens Übergang zum Protektionismus mit der Gründung des Deutschen Zollvereins von 1834 gefährdete die Stadt und ihre Wirtschaft.
Dies ist Teil 51 der Aufklärung in Hamburg: Johann Heinrich Bartels, Amandus Augustus Abendroth, Ferdinand Beneke und die Verbesserung einer deutschen Republik 1790–1835. Die Einleitung beschreibt, worum es geht, und ein Überblick über die bisher veröffentlichten Kapitel findet sich hier.
Die Hamburger Republik wollte Welthandelsstaat sein und verhandelte zu diesem Behufe mit Brasilien, Mexiko und den USA. Bisher hatte sich der Verkehr mit den Vereinigten Staaten nicht sonderlich dynamisch entwickelt. 1818 trafen 43 nordamerikanische Schiffe in Hamburg ein, 1824 waren es 40.[1] Nicht sehr beeindruckend, 1824 kamen mehr als dreimal so viele Schiffe aus Brasilien, fast doppelt so viele aus Westindien. Es gab Luft nach oben, ein direkter Vertreter vor Ort sollte helfen. Die Idee kam vom agilen Bürgermeister Johann Smidt aus Bremen. Er hatte sie in einem Brief an den Kollegen Johann Heinrich Bartels in Hamburg entwickelt. Der war angetan: Ihr Plan von einer diplomatischen Person in den Vereinigten Staaten, verdient sehr verfolgt zu werden. Ich habe mit mehreren darüber geredet, aber unglüklicher Weise ist Syndicus Sieveking krank, dem ich aufgetragen habe, einen Vortrag darüber zu halten.[2] Seit 1820 war Karl Sieveking als Syndikus für die Außenpolitik der Republik verantwortlich.
In Hamburg aber lief der Plan unmittelbar auf Grund, weil Smidt die geplanten Beziehungen kurzerhand in ein hanseatisches Projekt verwandelt hatte – und weil der hanseatische Charakter dieses Projekts die innenpolitische Machtbalance zwischen Senat und Bürgerschaft an der Elbe bedrohte. Wollen Sie mir erlauben, so Bartels an Smidt, daß ich ganz aufrichtig in dieser Sache bin, so mus ich noch eines Umstandes erwähnen, der den hiesigen Senat in neuern Zeiten mistrauisch gegen eine regelmäßige engere Verbindung mit den Regierungen der beiden andern Städte gemacht hat, und das ist dieser, daß wir wahrgenommen zu haben glauben, daß vom Oberalten Collegio uns dann und wann einige Ideen mitgetheilt würden, die sichtbar anderswoher, ihnen, ihrem Secretario oder wem weis ich sonst wenn auch gleich ganz absichtslos suppeditirt waren. Namentlich ist das bei den Anstellungen Hanseatico nomine der Fall. Jene alten redlichen, und für unsre Verfaßung höchst wichtigen Männer haben um einen solchen Gegenstand früher sich nie bekümmert. Woher denn iezt? hat man oft bey uns gefragt.[3]
Woher wohl? Es dürfte dem Bürgermeister klar gewesen sein, dass es keineswegs nötig war, dem Secretario Ehrbarer Oberalten – dem leitenden Berater des sehr einflussreichen Präsidiums der Bürgerschaft also – diese Sorte von Ideen zu suppeditieren. Der war selbst schon vor längerer Zeit darauf gekommen. Es war ja Ferdinand Beneke. Als er noch republikanischer Revolutionär mit Sympathien für die Pariser Republik war, hatte er von einer Albingischen Schwesterrepublik geträumt. Nachdem er zur Deutschheit konvertiert war, verwandelte Albingien sich in eine modernisierte Hanse mit nationalem Anschluss an das neue Deutschland.
In den Augen des Senats war beides gleichermaßen überspannt. Er achtete auf seine Souveränität und fand, dass die kommerzielle Republik gut damit fuhr. Was hatten diese Ambitionen übrigens mit der Förderung des Handels mit den Vereinigten Staaten zu tun? Nichts. Aber sie bedrohten die exklusive Rolle, die der Senat in der Außenpolitik beanspruchte. Unsre bürgerlichen Collegien sind viel weiter, als sie ehmals waren und daher müßen wir sehr wünschen, daß keiner von ihnen ins Ausland correspondire.[4] Das war allerdings kein neues Problem. Es war ja noch nicht lange her, dass alle möglichen Leute, Dr. Meyer und Dr. Beneke zum Beispiel, ohne größere Bedenken und im höheren Interesse Hamburgs direkt mit Napoleon korrespondierten.
Die Beziehungen zu den neuen Handelspartnern jenseits des Atlantiks durften aber nicht unter Querelen leiden, für die sich dort niemand interessierte. Bartels setzte erneut an – und erweiterte das Format. Ich habe sogar die Ansicht, schrieb er Ende 1824 an Smidt, daß wenn erst die Ruhe im südlichen Amerika wiederhergestell seyn wird wir auch dort einen oder mehrere Diplomaten haben sollten! Vor allen Dingen aber mus man in Brasilien, wo im Mai künftigen Jahres der Handels Vertrag mit England abläuft, sehen ob wir nicht dort gleiche Vortheile wie England erhalten können. Wenigstens uns, scheint mir, ist die Sache von hoher Wichtigkeit, da wie ich höre daß wir uns rühmen können den grösten Markt brasilianischer Zukern zu haben.[5]
Leise Genugtuung war zu hören, dass Hamburg den größten Markt für brasilianischen Zucker aufgebaut und Bremen abgehängt hatte. Der Bürgermeister war in Abenteuerlaune. Er hatte wie üblich eine Kommission ins Leben gerufen. Aber in diesem Falle wollte er weiter gehen: Hinge die Sache von mir ab, so schikte ich ins Geheim einen sachkundigen Mann hin, um unser Intereße dort wahrzunehmen; aber dazu scheint mir ist man noch zu furchtsam bei uns.[6] Das führte also auch nicht zum Durchbruch. Bartels verlor langsam die Geduld, vor allem mit dem Herrn Syndikus Karl Sieveking. Der Außenminister der Republik hielt stundenlang schöne Reden und kam zu keinem Ergebnis, das war jedenfalls die Ansicht seiner Magnifizenz des Bürgermeisters.[7] Vielleicht wegen seiner Neigung zum Possierlichen und zum Unbestand,[8] die schon dem dänischen Diplomaten Johann Georg Rist aufgefallen war. Wenn dazu noch romantische Tiefe und entschiedene Widerspenstigkeit gegen fremde Leitung[9] kamen, wurde es für den reibungslosen Geschäftsverlauf wohl etwas schwierig. Vielleicht auch, weil er sich bei diesen überseeischen Angelegenheiten immer in Gefahr wähnte, mit den sprichwörtlichen Botokuden zu verhandeln.[10] Der gesellschaftliche Schliff des brasilianischen Geschäftsträgers, den er 1827 beim Hamburger Generalkonsul Colquhoun in London traf, beruhigte ihn einigermaßen. Sieveking war unterwegs nach Rio de Janeiro.
1828 waren die Handelsverträge mit Brasilien, Mexiko und den USA unter Dach und Fach, sie konnten der Bürgerschaft vorgelegt werden. Noch ein letztes Mal gab es Schwierigkeiten. Nach jahrelangen Verhandlungen hin und her über den Atlantik war es einigen Kaufleuten aufgefallen, dass der Vertrag mit den USA den Amerikanern das Recht zugestand, direkt in der Stadt aktiv zu werden. Einzelne Hamburger Häuser, die bisher auf Provisionsbasis diese Geschäfte abgewickelt hatten, sahen ihre Felle davonschwimmen. Die Commerzdeputation unterstützte sie. Wenn es um handfeste Interessen ging, war auf die freihändlerische Einstellung der Deputation nicht unbedingt Verlass. Bürgermeister Bartels rief sie zur Ordnung: Es kann immerhin seyn, daß Dieser oder Jener ein Geschäft einbüßt; aber das Ganze gewinnt, die Maße der Geschäfte werden sich vermehren, und die beßere liberalere Ansicht wird auch hier oben bleiben.[11] Dem gewinnsüchtigen Kaufmann, der vor lauter Eigennutz nicht mehr wusste, wo sein eigenes, bestes Interesse lag, musste ab und zu gezeigt werden, wo es langging und was die neue Zeit von ihm forderte.
Im Übrigen war es riskant, ausgehandelte Verträge zu verändern. Tat es die Republik, musste sie auch bei ihren Partnern damit rechnen. Es zerstörte internationales Vertrauen. Bartels hielt zu diesem Thema Vorträge im Ratssaal: Ich habe mich schon im Senat umständlich dahin ausgesprochen, daß ich es bedenklich halte, nach abgeschloßenem Handelstractate Geseze zu machen, durch welche der Verkehr der Amerikaner bei uns eingeschränkt werden soll.[12] Es gab einen praktischen Weg, diese Schwierigkeiten zu umschiffen: gleiche Rechte für alle auf Gegenseitigkeit. Bartels empfahl ihn allen Beteiligten und bestätigte so, dass er in der Tat zu den Besseren und Liberaleren gehörte. Wir müßen uns genau darnach erkundigen, welche Freiheiten der Hamburger der mit Waaren nach Nordamerika kommt hat, und müßen eben die Freiheiten dem Amerikaner bei uns einräumen.[13] Das war diplomatisch gut zu argumentieren und beruhigte die heimischen Bedenkenträger. Die Bürgerschaft vom 21. Februar 1828 ratifizierte einstimmig alle drei Verträge und votirte der Weisheit des Rathes … dankbare Anerkennung.[14] Der Aufwand hatte sich für den Bürgermeister gelohnt.
Ihre Handelsdiplomatie setzte die Republik ein, um ihr Ansehen in Deutschland zu erhöhen. Zuerst musste sie die deutsche Nachbarschaft über die Vorzüge des Freihandels aufklären. Dazu sollten die diplomatischen Agenten der freien Städte in Wien und Berlin beitragen. Die Kaufleute der Republik drängten darauf, so Bartels 1820 an Syndikus Heinrich Gröning in Bremen, die kommerziellen Ansichten der Kabinetter zu berichtigen, und dadurch Maasregeln zu verhindern die dem großen Handel nachtheilig seyn könnten.[15] Die Chancen dafür standen nach Bartels’ Ansicht nicht schlecht, wenn sich die Diplomatie auf die Hauptsache konzentrierte: Unsre diplomatischen Agenten sind daher angewiesen das Handels Intereße beständig im Auge zu haben, und darauf unausgesezt hinzuwirken. Sollten dadurch nicht große Vortheile bewirkt werden können? Preußen hat in Dresden sehr viel nachgegeben, die Zollstätten auf der Elbe werden sehr vermindert, und die Erhebungen um 2/3 beschränkt.[16] Zu verdanken war dieser Erfolg vor allem dem sehr aktiven Senator Pehmöller.[17]
Aber es gab Widerstand. Die deutsche Industrie und das deutsche Handwerk könnten der englischen Konkurrenz nicht standhalten, hieß es im Binnenland. Die Folge waren Rufe nach Zollschutz. Um dem entgegenzuwirken, bot Hamburg Hilfe bei der Erschließung transatlantischer Märkte an. Den Kaufleuten waren diese politischen Erwägungen möglicherweise gleichgültig, Bürgermeister Bartels legte gesteigerten Wert darauf. Das zeigte sich im Herbst 1827, als der preußische Konsul aus Rio de Janeiro in Hamburg ankam. Er hatte auch einen Handelsvertrag in der Tasche, der aber Deutschland nichts nützte. Typisch, fand Bartels. Der Preußische Tractat lautet nur auf Preußische Waaren: aber der Hansestädtische ist National. So mus es seyn, der Souverain für die Seinigen, die freien Städte für Alle.[18] Hamburg also schloss Verträge zum Wohl des ganzen Landes. Diese patriotische Leistung musste unbedingt zur Kenntnis der Nation gebracht werden, der Tractat den wir in Rio negociiren wird und mus Deutschland überzeugen, daß die Hansestädte kein hors d’oeuvre sind, wie die Süddeutschen uns ja wohl zu nennen pflegen.[19] Bei diesen Aussichten durfte sich die Republik auch nicht kleinlich zeigen, wenn am Zuckerhut hohe Bestechungssummen gefordert wurden.[20] Schmiergeld war in diesem Geschäft weder neu noch außergewöhnlich, siehe die Millionen, die für den florierenden Handel nach Frankreich geflossen waren. Die schönen bürgermeisterlichen Hoffnungen auf ein liberales deutsches Handelsregime erwiesen sich aber binnen Kurzem als unrealistisch.
Es deutete sich eben zu dieser Zeit an, dass sich die preußische Handelspolitik in die entgegengesetzte Richtung bewegte. 1828 hatten Preußen und Hessen-Darmstadt einen Zollvertrag geschlossen. Für Preußen war es ein Durchbruch, der erste Schritt zum Zollverein. In den kleinen Staaten der Region aber läuteten die Alarmglocken, zumal das Königreich seine Interessen etwas rücksichtslos durchsetzte. Unmittelbar nach dem Abschluss der Zollunion begannen die kleineren norddeutschen Staaten in Kassel mit der Suche nach Gegenmaßnahmen. Ergebnis war ein Vertrag, mit dem sie sich gegenseitig zusicherten, nicht dem preußisch-hessischen Verbund beizutreten. So weit so gut, meinte Hamburgs Staatschef Bartels, als solcher ist er sehr verdienstlich und arbeitet den geheimen Absichten Preußens, sich eine Superiorität im Norden Deutschlands anzumaßen kräftig entgegen.[21] Er konnte es noch plastischer ausdrücken: Dabei gewinnt die deutsche Selbständigkeit, und es läßt sich hoffen daß die Mindermächtigen endlich zu der Ueberzeugung kommen werden, daß nur in ihrer engen Vereinigung das so nöthige Gegengewicht gegen Norden und Süden liege, und daß ohne diese sie über kurz oder lang, den österreichischen oder preußischen Triumphwagen zieren werden.[22]
Trotzdem trat die Republik dem Vertrag nicht bei. Warum? Naheliegend, aber wahrscheinlich vorgeschoben war die Rücksicht auf Holstein und Mecklenburg, die sich auch nicht anschlossen. Wichtiger war, dass die Partner einen konkurrierenden Zollverbund anvisierten, den Mitteldeutschen Handelsverein. Dafür gab es in Hamburg wenig Sympathie. Bartels war dagegen, die Republik auch. Sie war generell gegen Zölle, gleichgültig ob preußische oder mitteldeutsche. Am wichtigsten: Bartels entdeckte in dieser mitteldeutschen Kombination eine Gefahr für den Bundestag. Die Republik war dem Bund beigetreten, um ihre Unabhängigkeit zu sichern. Es war keine Phrase. Die Mitglieder des Handelsvereins aber wollten sich regelmäßig treffen, ihrer neuen Schöpfung eine feste Struktur geben. Das konnte gefährlich werden.
Wären die kleinen Staaten, schrieb Bartels Anfang 1829 an Smidt, nach dem sie einmal den Großen die Zähne gewiesen, ruhig wieder in ihre Heimath zurük gekehrt, so würde ich mich ungetrübt der Sache freuen, und bedauern, daß wir, die wir zwischen Mecklenburg und Holstein liegen, da diese nicht beitraten, dem Verein nicht beitreten konnten: Aber iezt gestehe ich, da man jährlich regelmäßig wieder zusammen kommen zu wollen scheint, wird mir Angst bei der Sache, und ich fürchte daraus für die Folge, eine völlige Paralysirung und endliche Trennung des Bundestages, das Unglüklichste was den Diis minorum gentium wiederfahren kann.[23] Ob die kleinen deutschen Staaten es schätzten, vom Hamburger Staatschef in die Schublade der Götter minderer Ordnung einsortiert zu werden, steht dahin. Auf jeden Fall aber war es mit dem Zähnezeigen der Kleinen so eine Sache. Bürgermeister Bartels war ganz dafür, aber so, dass es keiner merkte. Die Bremer waren nicht so vorsichtig. Sie schlossen sich dem Handelsverein an. Das war aber auch wieder gleichgültig, weil er schon 1834 wieder in der Versenkung verschwand.
Nicht in der Versenkung hingegen verschwand das große preußische Projekt einer Zollunion. Die handelnde Republik tat dagegen, was sie konnte. Aber das war nicht eben viel, wenn eine Großmacht forderte, zog sie den Kopf ein. Wahrscheinlich gab es auch nicht viele Alternativen. Bartels übernahm im Senat die Initiative, äußerte starke Meinungen, plädierte aber am Ende für politische Vorsicht, wie es seine Art war. Er und der Rat setzten auf Aufklärung, auf kommerzielle Vernunft. Beim Deutschen Bund hingegen hielt Hamburg sich bedeckt und äußerte sich ausschließlich zum Transitzoll, obwohl Bartels auch über die Schutzzölle einiges zu sagen hatte: Sie waren eine wirtschaftspolitische Katastrophe für die Nation, aber, so schrieb der Bürgermeister nach Bremen, das Preußische Mauthsystem kann nur in so weit Gegenstand einer ernsten Remonstration werden, als der Transit beschränkt werden soll; dieser darf nicht höher belastet werden, wenn nicht der freie Handel zerstört werden soll. Die übrigen Unbilden die in dem preußischen Continental System liegen, das die fremden Fabricate ausschließen, und das deutsche Volk, um einige Manufacturisten zu bereichern, zwingen will theurere und schlechtere einheimische Fabricate zu kaufen und zum Schmuggelhandel sich zu verstehen u.s.w., mus die Publicität rügen, und alles was wir dazu thun können, ist, erfahrne Kaufleute aufzufordern in Drukschriften das Mauthsystem und seine Nachtheile zu beleuchten, da es sichtbar nur die Caßen der Regenten füllt, während es den allgemeinen Wohlstand zerstört, und einige Fabricanten reich macht. Ich meines Theils habe den Herrn Haller, den Verfaßer der sechs Briefe über das Manuscript aus Süddeutschland, (das sichtbar dieselbe Tendenz hatte) die ich für ein Meisterstük halte, dringend aufgefordert sich an diese Arbeit zu machen.[24]
Gemeint war Martin Joseph Haller, Banker und zeitweiliger Präses der Commerzdeputation. Bartels strich öffentlich seine große patriotische Thätigkeit[25] heraus. Der Bürgermeister verfügte über gute Beziehungen zur jüdischen Elite, konvertiert oder nicht, und nutzte sie, wenngleich in diesem Falle publizistisch nichts dabei herauskam. Eine schärfere Verurteilung der preußischen Politik war jedenfalls nicht möglich: Kontinentalsystem und Ausplünderung des Volkes, um ein paar Fabrikanten reich zu machen und die Kassen der Staaten zu füllen. Es war ein ziemlich starkes Stück. Die Unterschiede zwischen der Handelspolitik Preußens und der des napoleonischen Kaiserreichs waren für den Bürgermeister anscheinend nicht allzu groß.[26]
Aber weder harte Worte in geschlossenen Räumen noch liberale Argumente in der Öffentlichkeit nützten etwas. Die Gründung des Deutschen Zollvereins stand unmittelbar bevor. Die Republik konnte nicht viel dagegen tun – sehr wohl aber konnte sie ihre innere, republikanische Organisation verbessern, um sicherer und moderner durch die neuen Zeiten zu navigieren.
Die Abkürzungen StAHH, StAB und StACux beziehen sich auf Bestände der Stadt- und Staatsarchive von Hamburg, Bremen und Cuxhaven; die Fußnoten auf die Literaturliste.
[1] Gallois: Geschichte, Bd. 3, S. 154 und 195.
[2] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 9.3.1824.
[3] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 30.3.1824.
[4] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 30.3.1824.
[5] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 7.12.1824.
[6] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 7.12.1824.
[7] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 17.10.1826.
[8] Rist: Lebenserinnerungen, Bd. 2, S. 90.
[9] Rist: Lebenserinnerungen, Bd. 2, S. 90f.
[10] Poel: Bilder, Bd. 2, Abtlg. 2, S. 46.
[11] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 12.2.1828.
[12] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 16.2.1828.
[13] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 16.2.1828.
[14] Gallois: Geschichte, Bd. 3, S. 104; vgl. auch Anderson/Lappenberg: Sammlung, Bd. 10, S. 69.
[15] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Gröning, 23.5.1820.
[16] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Gröning, 23.5.1820.
[17] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Gröning, 23.5.1820.
[18] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 25.9.1827.
[19] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 4. und 5.10.1827.
[20] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 13.10.1827.
[21] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 8.8.1828.
[22] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 20.1.1829.
[23] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 20.1.1829.
[24] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 8.5.1832.
[25] Bartels: Abdruck, S. 293.
[26] Den scharf polemischen Begriff des ‚Kontinentalsystems‘ hatte Bartels auch von Haller übernommen. Haller: Briefe, S. 48f.


