75. Zollsenkung und Verfassungskrise
Kampf der Armen gegen die Reichen in Hamburg – oder umgekehrt?
Der Anspruch des Mittelstandes der Vorstädte auf politische Mitsprache trug zu den revolutionären Unruhen im Sommer 1830 bei. Noch wichtiger war jedoch der wirtschaftspolitische Radikalismus der kaufmännischen Elite. Im Namen größerer Wettbewerbsfähigkeit wollte sie die Zölle senken und den Staat stattdessen stärker über Verbrauchssteuern finanzieren.
Dies ist Teil 75 der Aufklärung in Hamburg: Johann Heinrich Bartels, Amandus Augustus Abendroth, Ferdinand Beneke und die Verbesserung einer deutschen Republik 1790–1835. Die Einleitung beschreibt, worum es geht, und ein Überblick über die bisher veröffentlichten Kapitel findet sich hier.
Johann Albert Reimarus und Johann Georg Büsch, die führenden Nationalökonomen der Hamburger Republik, traten Ende des 18. Jahrhunderts für niedrige Zölle und die Senkung der Verbrauchssteuern auf Lebensmittel. Es war ganz im Sinne der Gewerbeförderer der Patriotischen Gesellschaft.[1] Hamburger Aufklärer betrachteten das wirtschaftliche Leben nie allein unter dem Aspekt des schnöden Profits. Ebenso wichtig war ihnen das soziale Gleichgewicht. Die Befreiung der Wirtschaft sollte allen Klassen des Gemeinwesens zugute kommen. Genau das hatte 1803 auch schon Abendroth-Freund Georg Elert Bieber, der in der Zollagitation eine große Rolle spielen sollte, den Bürgern erklärt. Geläuterte Grundsätze der Staatswirthschaft erfordern es, alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen, welche die nothwendigsten Bedürfnisse des Lebens vertheuren.[2] Er erwartete davon die beglückendsten Folgen.[3]
Als nach 1814 die Kaufleute die Zollsenkung auf die politische Tagesordnung der Republik setzten, begann sich diese Gleichung aufzulösen: Die Senkung der Zölle sollte durch die Erhöhung der Verbrauchssteuern finanziert, die finanziellen Lasten von den Reichen auf die Armen verlagert werden. Kein Wunder, dass an den Zöllen die heftigsten Auseinandersetzungen entbrannten, die die Republik zwischen der Restauration der alten Verfassung und der Revolution von 1830 erlebte.
Mit den Zöllen des Ancien Regime war es in Europa mehr oder weniger überall das Gleiche: Die Zollsätze waren zum Teil exorbitant, wurden aber massiv unterlaufen. Manche Kapitäne nahmen sich die Freiheit, an Zollstellen vorbeizusegeln, die sie als Zumutung empfanden. Dazu gehörte Ritzebüttel, wo die Republik Geld für die Unterhaltung der Elbnavigation einsammeln wollte. Nicht jeder zahlte, und Gouverneur Abendroth fragte 1810 beim Senat an, ob nicht vielleicht etwas für unser Zollwesen, hieselbst in Ritzebüttel geschehen soll, damit sämtliche in die Elbe einsegelnden Schiffe, die unsere sehr kostbahren See Anstalten benutzen, und wie Klefeker … behauptet verpflichtet sind, den Zollen zu bezahlen, bekanntlich aber sobald sie nicht nach Hamburg gehen ihn nicht bezahlen, dazu angehalten werden können.[4]
Ökonomischer Rationalität folgte das System selten. Es kamen verschiedene Tricks zur Anwendung. Auf Sizilien hatte der analytische Reisende Johann Heinrich Bartels beobachtet, was passierte, wenn der Zoll nach Warenwert erhoben wurde. Verstehet sich nun der Kaufmann mit seinem auswärtigen Freunde, so wird es ihm leicht zu beweisen, daß er das, was nach dem izt gangbarem Preise 100 Unzen kosten würde, für 50 exportire: alsdann bezalet er nur die Hälfte, von dem, was eigentlich bezalet werden sollte.[5] War es in Hamburg anders? Wahrscheinlich nicht, dafür gab es Beispiele. Ein Schiff lief in den Hamburger Hafen ein und lud seine Ladung auf einen Ewer um. Der machte sich umgehend auf den Weg in Altonaer Gewässer, damit war er dem Zoll entflohen. Die Chancen das zu ändern waren gering, die Republik setzte stillschweigend auf Duldung, da ein gesetzliches Einschreiten gegen eine fast verjährte Gewohnheit, oder Misbrauch, wenn man es so nennen will, leicht größere Nachtheile herbeiführen könnte, als die, welche man hinwegzuräumen bemüht ist.[6] Einen Konflikt mit Dänemark zum Beispiel. In den Zeitungen der Republik waren auch erstaunliche Theorien über Zollhinterziehung zu lesen, bei dieser Gelegenheit Vermeidung genannt. Die Senkung des Zolls wird für einen zwölften Theil der Börse von einigem Nachtheil seyn, da die erlaubte und auf Selbsterhaltung begründete Vermeidung des Zolls, Gewinn liefert.[7] Unschlagbar war natürlich der Redakteur, der den Zollbetrug mit erlaubter Selbsterhaltung begründete.
Das Zollsystem der Republik war kompliziert. Die juristischen Senatoren, die es administrierten, waren überfordert. Das meinte Senator Abendroth, der sich ansonsten eher nicht überfordert fühlte.[8] Die Verwirrung war nachvollziehbar. Es gab bis 1810 mehrere Zölle und mehrere Zolladministrationen. Auf manchen Produkten lag nur eine Abgabe, auf anderen lasteten mehrere oder alle, zu zahlen war teils in Courant-, teils in Bancomark, was immerhin eine Differenz von um die 20 % ausmachte. Zollfreiheit gewährte die Stadt für wichtige Produkte wie Getreide. Es wurde nach Gewicht, nach Verpackung, nach Wert abgerechnet. Dabei war zu berücksichtigen, woher die Waren kamen, wohin sie gingen und wer ihr Besitzer war.
Zu den Zöllen kam die Transitabgabe. Sie wurde auf Waren erhoben, die Hamburger Spediteure für fremde Rechnung in die Stadt brachten, um sie wieder zu exportieren.[9] Beim Transit war die Hinterziehung so verbreitet, dass ein Senator die obligatorische Deponierung der Waren in einem zentralen Speicher vorschreiben wollte.[10] Die Zollverwaltung war mit Informationen über die Zolltaxe sparsam, mit der man leider eine Geheimnißkrämerei betrieb.[11] Die Erfahrung steuerte der Senator Johann Michael Hudtwalcker bei, als Kaufmann immerhin vom Fach. Die juristischen Senatoren hingegen verstanden das System nicht mehr. Abendroth, selbst einige Male Mitglied der Zollverwaltung, meinte, dass er ungeachtet er sonst nicht gewöhnt war, eine passive Rolle, bey den ihm anvertrauten Administrationen, zu spielen, auf sein Gewissen versichern könne, daß er, und wahrscheinlich alle seine juristischen Collegen, hier gänzlich nicht auf ihrem Platz gewesen sind;[12] Kein Wunder, dass einige Kaufleute beim Zoll dazu tendierten, sich von der Bezahlung zu dispensiren,[13] wie Dr. Abendroth das einmal delikat ausdrückte.
Ziel der Politiker war es, den Zoll zu vereinfachen, um der Republik eine feste Einnahmebasis zu verschaffen, und dabei zugleich vom System der direkten zum System der indirekten Besteuerung überzugehen. Direkte Steuern hemmten die wirtschaftliche Initiative, so die Ansicht.[14] So simplificirt, wird der Zoll unstreitig eine beträchtliche Einnahme des Staats seyn, und bey einer mäßigen, den Zeiten angemessenen, Erhöhung ungleich mehr eintragen, als früher.[15] Es war nicht ganz ungefährlich, wie die vorsichtige Senatsmajorität 1814 in ihren Gesetzesvorlagen unterstrich, denn so wie Hamburg niedrige Zölle konnten andere Staaten hohe Zölle einführen – mit unabsehbarem Schaden für den Handel. Abendroth hielt dagegen. Wir müssen Herren und Meister seyn und bleiben, unsern Zoll, nach Umständen, zu verändern, zu erhöhen oder zu erniedrigen, und einzelne Artikel ganz davon zu befreien, wie der Gang des Handels es erfordert; unabhängig können wir nur seyn, wenn wir die Befugniß, wie jeder unabhängige Staat, haben, die Zölle nach unsern individuellen Bedürfnissen einzurichten.[16] Hier lag der Kern der Souveränität für eine Handelsrepublik wie Hamburg. Hier durfte auch der Deutsche Bund nichts zu sagen haben.
Es folgte sehr schnell die Zollkonsolidierung nach Modell Abendroth: ein Zoll, zu zahlen nur in einer Währung, zu erheben nach einem standardisierten Verfahren – Prozent vom Wert – und von einer kleinen, zentralen Zolldeputation.[17] Sie war ein voller Erfolg, wie der Sänger des Hamburger Handels, Adolph Soetbeer, ein paar Jahrzehnte später feststellte. Eine wesentliche Verbesserung zu Nutzen des Handels traf aber Hamburg gleich bei seiner Reorganisirung, indem es das frühere verwickelte Zollsystem durch einfache Bestimmungen ersetzte.[18] Kaufleute, die Zollvermeidung betrieben, mussten jetzt mit saftigen Strafen rechnen. Ein englisches Handelshaus hatte Industrieprodukte am Zoll vorbeimanövriert. Die Sache flog auf, Strafe 25.000 Mark.[19] So weit, so gut.
Auf den ersten Blick waren die neuen Zölle nicht hoch. 1814 hatten Senat und Bürgerschaft sie nach einigem Gezerre auf 1,5 % für seeseitige und 0,5 % für landseitige Ex- und Importe festgelegt. Das war weniger als 1789. Damals lagen sie bei 2 % für die Ausfuhr und knapp 1 % für die Einfuhr.[20] Für den Haushalt der Stadt aber hatte der Zoll immense Bedeutung. Von 1815 bis 1823 spülte er jedes Jahr 1,2 Millionen Mark in die Staatskasse bei einem Etat von jährlich knapp 5 Millionen.[21] Die Zolleinnahmen hatten sich gewaltig gesteigert. In Friedenszeiten nach dem Amerikanischen Kriege haben alle unsere vormaligen Zölle zusammen, nämlich Herren, Bürger, Admiralität, Convoy und Schaumburger Zoll kaum 300.000 Mark eingetragen,[22] erinnerte sich später Senator Pehmöller und staunte. Die Erwartungen Abendroths an steigende Einnahmen aus dem reformierten Zoll erwiesen sich als erfreulich korrekt. Sie deckten fast ein Viertel der Staatsausgaben.
Der Nachteil: Ihre Senkung musste sich massiv auf die Haushaltslage auswirken – politisches Dynamit bei einem Schuldenstand von 33 Millionen Mark.[23] Die Kaufmannschaft aber forderte immer lauter Zollsenkungen, seit der Handel gegen einen hochdeflationären Konjunkturzyklus ankreuzen musste. Zwischen 1817 und 1825 fielen die Getreidenotierungen, von denen in einer vorindustriellen Gesellschaft viel abhing, an den deutschen Hafenplätzen wegen guter Ernten und der englischen Kornzölle um 72 %. Parallel fielen die Bodenpreise, in Schleswig um 75 %, in Holstein um 66 %.[24] Auf dem Staatsgebiet der Republik sah es auch nicht viel besser aus. Der Werth des Landes hat sich gar sehr zu seinem Nachtheil verändert,[25] stellte Abendroth für Ritzebüttel fest. Das gesamte Preisniveau kam ins Rutschen, die Börse registrierte es mit Sorge. Hamburg als Handelsstadt, schrieb im Frühjahr 1830 einer ihrer führenden Repräsentanten, Johann Ernst Friedrich Westphalen, Senator und Chef von Rücker Westphalen, hat seit mehreren Jahren viele Kämpfe bestanden; der Erwerb hat sich nicht nur sehr vermindert, sondern der Fall aller Preise von Waaren manches Vermögen geschmälert, viele frühere Geschäfte haben sich wieder von hier weg, und in ihre alten Canäle zurückgezogen;[26]
Selbst Ferdinand Beneke, sonst eher kein Spezialist für wirtschaftliche Zusammenhänge, bemerkte das 1823. Es war ein Jahr, dessen Fruchtbarkeit übrigens den Werth des Geldes noch mehr erhöht, den Armen wohlthut, aber auch den Landbesitzer immer mehr in Nothstand setzt.[27] Nicht nur den. Ex- und Importfirmen mussten sich mit schmaleren Profitmargen zufriedengeben, wenn sie bei dem niedrigen Preisniveau ihre Märkte nicht verlieren wollten.
Welche Zahlen lagen dem Senat vor? Sie sahen erst einmal nicht schlecht aus. Die Einnahmen der Staatskasse hatten sich nach der ersten Zollsenkung von 1823 wirklich von 1,2 Millionen auf gut 900.000 Mark verringert.[28] Die darauf folgende Expansion des Handels konnte sich aber sehen lassen: Steigerung der seewärtigen Exporte von 7 Millionen auf 13 Millionen Mark zwischen 1823 und 1827, der Exporte zu Land und Fluss von 32 auf 39 Millionen.[29] Es gab allerdings erhebliche Fluktuationen. Das seewärtige Exporthoch von 1825 mit 18 Millionen hatte keinen Bestand. Aber immerhin. Zudem sorgte die Prosperität für eine merkliche Belebung des Klein- und Krämerhandels. 94.000 gestempelte Exportzettel zeigten für diese Branche einen Exportwert von 19 Millionen Mark an.[30] Das waren im Durchschnitt 200 Mark pro Charge. Ein großer Teil der Hamburger Ausfuhr ging also gar nicht auf das Konto der großen Handelshäuser. Und die größte Überraschung: Trotz gesenkter Zölle wies der Hamburger Haushalt für das Jahr 1825 einen Überschuss aus.[31]
Welche Schlüsse waren daraus zu ziehen? Noch mehr Zollsenkungen für noch mehr Prosperität? Die Kaufmannschaft war definitiv dieser Ansicht und kurze Zeit nach der ersten Zollsenkung begann die Agitation für die zweite. Die Antwort Gosslers, des senatorischen Factfinders, der diese Zahlen vorgelegt hatte, lautete hingegen: Nein. 1823 waren die Exportzölle gesenkt worden. Die Ermäßigung der Importzölle, um die es jetzt ging, würde keine vergleichbare Expansion des Handels auslösen. Die Commerzdeputation hatte da allerdings andere Ansichten. Von 63 Millionen im Jahresdurchschnitt 1816-1818 seien die seewärtigen Importe im Jahresdurchschnitt 1824-1828 auf 51 Millionen Mark gefallen.[32] Das war offensichtlich kein gutes Ergebnis und eine Zollreduktion konnte nicht schaden. Falsch, antwortete ein hochedler Rat: Das Volumen sei gestiegen, nur die Preise gefallen, und meldete gleichzeitig für das Jahr 1827 den Import von verzollten Waren im Wert von 75 Millionen Mark.[33]
Im Prinzip ging es bei den Importen auch um die zwielichtige Rolle Altonas. Hamburger Firmen lagerten ihre Waren gerne dort, um zu sparen. Aber nach den Schätzungen Gosslers gingen dadurch dem Zoll der Republik nur 66.000 Mark verloren, während eine Senkung der Importzölle von 1,5 auf 0,5 % einen Einnahmeverlust der öffentlichen Kasse von über 500.000 Mark nach sich ziehen würde.[34] Auch der humorige Westphalen machte sich gern über die absurde Gefahr aus Altona lustig. Schon seit meiner Kindheit steht Altona als Knecht Ruprecht da, erläuterte er in offiziellen Papieren, der am Weihnachts Abend, die Kinder vom Bösen abschrecken sollte, und noch immer tischt man uns Altona in Betref des Handels als ein Schreckbild auf, und ich mag wohl fragen, mit welchem Recht?[35]
Angefeuert wurde die kaufmännische Aversion gegen den Zoll durch eine Publikation, die 1828 erschien: Ueber den nachtheiligen Einfluß unsers Zolls auf unsern Handel. Der Titel war Programm. Autor war Georg Elert Bieber, Feuerwehrmann und Brandversicherungsspezialist. Bieber propagierte die moderne, wachsende Stadt und hatte sich schon mit überhöhten Mieten und verbesserter Wasserversorgung beschäftigt. Jetzt forderte er drastische Zollsenkungen, nicht ohne warnend auf das arme Altona zu zeigen. Die dortige Lagerung Hamburger Waren sei der unwiderleglichste Beweis vom Druck unsers Zolls.[36] Er hatte auch etwas zu den beruhigenden Zahlen Gosslers zu sagen: Sie wiegten die Republik in Sicherheit, während Altona, Bremen und Antwerpen schon unbemerkt ihren prozentualen Anteil am Handel der Nordschiene steigerten. Der absolute Rückgang der Hamburger Zahlen würde folgen.[37] Sein Pamphlet war Stadtgespräch und trug wesentlich dazu bei, dass die Handelspolitik nicht nur die politische und kommerzielle Klasse bewegte, sondern zum Conversations-Gegenstand in geselligen Cirkeln[38] avancierte. Wenn dort lebhaft darüber diskutiert wurde, dann war es auch nicht auszuschließen, dass die Aufregung in den Kneipen der kleinen Leute ankommen würde, was in Kürze tatsächlich passieren sollte.
Bürgermeister Bartels beobachtete es mit Sorge. Er hatte viel gegen die unverantwortliche Zollagitation einzuwenden und störte sich besonders am reichlich unseriösen Vergleich der niedrigen Hamburger Zölle mit den mehr als zehnmal höheren protektionistischen Abgaben der europäischen Nachbarn. Das hatte in der Tat etwas für sich. Im Übrigen war kompletter Freihandel schön und gut, aber nur, insofern die Staatspolitik es gestattet.[39] Diesen Punkt hatte der Freihandelstheoretiker Bieber übersehen. So musste der Bürgermeister ihn darauf aufmerksam machen, dass eine Entlastung wohlhabender Handelsfirmen im Laufe der Zeit ein Mißvergnügen des Minderbegüterten gegen den Reicheren … unausbleiblich hervorrufen muß, und daß dieses Mißvergnügen leichter erregt, als wieder beruhigt ist, und daher den Untergang des jetzt blühenden kleinen Staats möglicher Weise veranlassen könne, u.s.w.[40] Mit anderen Worten: Die Reichen spielten mit dem Feuer des Aufruhrs. Es war die Sorge um die gesellschaftliche Balance der Republik, die Bartels umtrieb, die Sorge um den sozialen Frieden.
Aber war die Konjunktur wirklich so schlecht wie von den Kaufleuten behauptet? Steckten alle Sektoren gleichermaßen in der Krise? Gab es nicht auch Gewinner, die von den niedrigen Preisen profitierten? War wirklich der Erwerb generell vermindert, und wenn ja, konnte ein Kleinstaat wie die Republik Hamburg erfolgreich Politik gegen ein deutsches, wenn nicht gar europäisches Konjunkturphänomen treiben? Diese Fragen waren sehr umstritten und schwierig zu beantworten: Zum einen, weil eine Statistik dies, eine andere jenes bewies, dann aber auch, weil die Antworten durch massive Eigeninteressen gefärbt waren.
Senator Abendroth, erprobter Wirtschaftsförderer in Cuxhaven, hörte das allgemeine Krisengerede mit Skepsis, bei Gelegenheit mit Empörung, wenn die Öffentlichkeit damit zur Opposition gegen den Rat aufgeputscht werden sollte. Danach sah es im Sommer und Herbst 1830 aus. In der Stadt war ein Pamphlet im Umlauf, das von der Wirtschaftslage ein Bild tiefsten Elends zeichnete. Dagegen zog Abendroth alle Register: Es ist unwahr und erlogen, daß der größte Theil der Bürger nichts verdient. Wenn allenthalben von Ost bis West, von Norden bis Süden über den Gang der Handlung, unsers Ackers und Pflugs, geklagt wird wie können wir dann ein ausschließliches Privilegium verlangen, daß bey uns der Handel besser gehen soll? – Können wir, eine einzelne gegen das Ganze immer unbedeutende Stadt, wenn die Behauptung wahr ist, den Weltlauf hemmen? Ist denn aber der Handel (nicht der Gewinn aus demselben) wirklich so schlecht? ich glaube es nicht; man sehe unsre Häfen und Landstraßen, und man wird sich bald vom Gegentheil überzeugen, wenn gleich es nicht geläugnet werden kann, daß bey dem steten Fallen der Waaren-Preise der Gewinn gewiß nicht groß ist. Wer leidet aber bey dem Fallen der Waaren? Einzig nur der große Kaufmann, wahrlich nicht der Mittelstand, der, wie es allen Staaten zu wünschen ist, bey uns in einem behaglichen Wohlstande lebt, und so, da die wahre Kraft und Stärke in Staaten nur darauf beruht, auch unsern Staat glücklich macht.[41]
Fazit: Krise bei den Profiten der großen Handelsfirmen, gute Konjunktur beim Mittelstand. Per Saldo sah das für einen Politiker, der seine Wertmaßstäbe bei den Gewerbeförderern in der Patriotischen Gesellschaft geformt hatte, nicht schlecht aus. Handwerker und kleine Unternehmer durften sich im Übrigen über ein Lob aus höchster republikanischer Sphäre über ihr gedeihliches und staatstragendes Wirken freuen, nicht ganz unwichtig in einem Gemeinwesen, in dem sie der Zahl nach deutlich dominierten und das zumindest auf ihren stillschweigenden Konsens angewiesen war.
Die Krise bei den Profiten erkannten die Kaufleute auch, sahen aber natürlich nicht ein, warum sie sich kampflos damit abfinden sollten. Das liberale Handelskapital versprach sich von den Zollsenkungen mehr Profit bei deflationärer Konjunktur. In der Republik flammte der Widerstand gegen die angeblich zu hohen Zölle in regelmäßigen Abständen auf. 1823 war es das erste Mal zu einer signifikanten Senkung der Zölle gekommen. Schon damals hatte es erhebliche politische Verwerfungen gegeben. Die kaufmännisch dominierte Bürgerschaft hatte sich mit ultraliberalen Sonderkommissionen gegen den Senat gewendet und die Zollsenkungen erzwungen. Das hatte böses Blut gemacht. Es ging so weit, dass bei den Gegnern der Zollagitation die Definition der Republik als handelnder Staat bisher eine Selbstverständlichkeit – in Zweifel gezogen wurde.
Jedenfalls von Ferdinand Beneke, als Sekretär des Bürgerschaftspräsidiums nicht der unwichtigste Politiker der Stadt. Sagen muß man Ehrbarer Bürgerschaft, schrieb er in einem kämpferischen Memorandum für Senat und Bürgerschaftspräsidium, daß hinter der Phrase: der Handel sey die Seele unsers Staats, - in dem übertriebenen Sinne, worin sie jetzt bey dieser Gelegenheit genommen wird, – eine Täuschung liegt. Unsere unabhängige Verfaßung, die Liberalität und Milde unserer Regierung, – das ist vielmehr die Seele unsers Staats, und das gerade ist das Element des Handelsflors. Nehmen wir dem Handel die ihm leichte Zoll Last ab, so werfen wir schwere Lasten auf das Gemeinwesen, und erdrücken es mit Abgaben aller Art, u. was noch schlimmer ist, mit Kontrollen, bey welchen jene Liberalität und Milde aufhören, und der bißher so glückliche, und gemüthliche Freystaat einen ganz andern Charakter annehmen muß.[42] In der Tat, der gemütliche Freistaat ging erheblichen Erschütterungen entgegen.
Der Zollstreit erreichte 1829/30 seinen Höhepunkt, und die Verantwortlichen ahnten schon, dass sie in Zukunft mit weniger Geld würden auskommen müssen. Alle Departements sind angewiesen zu sparen,[43] berichtete Abendroth nach Ritzebüttel, noch bevor die Zollsenkungen beschlossen waren. Hamburg richtete sich auf eine Finanzkrise ein und die Ursache waren die anstehenden Einnahmeverluste beim Zoll. Wir gehen einem schweren Jahr pto des Zolles entgegen gegen den man sehr eingenommen ist; besonders hat die Schrift von Bieber großen Eindruk gemacht.[44] Das konnte man wohl sagen. Die Agitation gegen den Zoll wurde jetzt auch direkt von den großen Handelshäusern angeheizt: Lutteroth, Sillem, Godeffroy, Parish, Hudtwalcker, insgesamt 53 Firmen unterzeichneten eine Petition an den Senat.[45] Ein Bürgerkonvent jagte den anderen und dort führten die sonst selten erscheinenden Kaufleute das große Wort. Die meisten Politiker hingegen waren überzeugt, dass die öffentlichen Finanzen keine weiteren Einnahmeverluste vertragen konnten. Sie versuchten immer wieder, die Zollagitation mit taktischen Tricks zu unterlaufen. Der Senat schlug eine Kommission nach der anderen zur Faktenfindung vor. Es wurde den Bürgern langsam zu viel. Die Fakten seien schon hinreichend geklärt und dem Senat gehe es jetzt wohl nur noch um Verzögerung, hieß es verärgert in den Konventen.[46]
Senat und Präsidium der Bürgerschaft versuchten alles, um den Zoll zu halten, und dafür gab es bei ihnen massive Mehrheiten. Wir haben am Donnerstag über 8 Tage Bürgerschaft die schon etwas lebhaft seyn wird, so Abendroths Erwartung am 9. Juni 1829, die auch prompt erfüllt wurde, die 2te etwa 14 Tage später wird aber den Zollen mitbringen der viel Lärm machen wird; bey den OA ist indes die fragliche Verlängerung auf ein Jahr mit 14 Stimmen durchgegangen, nur der Feuerbieber ist dagegen gewesen, selbst sein eigner Bruder hat nicht mit ihm gestimmt.[47] Der politische Riss reichte bis in die Familien. Wichtiger war, dass der Zollstreit Senat und obere Kollegien in immer schärferen Gegensatz zur Mehrheit in den Bürgerkonventen brachte. Eine 14:1 Entscheidung im Bürgerschaftspräsidium für den Zoll half gar nichts, wenn sie im anschließenden Konvent wieder kippte. Ebenso vergeblich war es, dass sich Sekretär Beneke bei den Sechzigern ins Zeug legte. Mein Vortrag über den Zoll (gegen dessen Abschaffung gerichtet, also gegen den Modeteufel unserer Börse) dauerte allein 2 ½ Stunden - [48] Der Senatsantrag zu den Zöllen wurde am 23. Juli 1829 den Kammern vorgelegt. Er lautete auf Verlängerung, also Beibehaltung der Zollsätze für das Jahr 1830 und fiel krachend durch. Mitglieder der Commerzdeputation hielten in den Kammern lange Reden und griffen den Zoll an.[49]
Es waren Mehrheitsverhältnisse, die langsam peinlich wurden und auf eine organisierte Opposition hindeuteten, die sich zudem auch noch aus mehreren Quellen speiste. Parallel zum Zoll betrieb die Republik die Reform der Zünfte, die unter Handwerkern und Meistern nicht gerade Begeisterungsstürme auslöste. Beide Oppositionsgruppen verbanden sich miteinander, darauf deuteten die überwältigenden Mehrheiten gegen den Zoll. Bald wird wieder Bürgerschaft wegen des Zollens seyn, es ist eine bunte Sache von 398 Votanten waren nur 76 für die Proposition und die Beibehaltung des Zollens.[50] So die Kurzanalyse Abendroth. Derartige Mehrheiten konnten weder Kaufleute noch Handwerker allein bewerkstelligen. Zu allem Überfluss drohte die Opposition auch noch auf andere Themen überzuspringen. Ein ordentlicher Staatsanschlag wurde laut gefordert und für nöthig und zeitgemäß erklärt,[51] berichtete eine Zeitung außerhalb Hamburgs. Die heimische Presse hatte einen Tag vor dem Konvent schon darauf hingewiesen.[52]
Bei Abendroth bereitete sich angesichts dieser Verhältnisse ein Sinneswandel vor. Der erste Pragmatiker unter den Führern der Republik erkannte schlicht und einfach, dass man nicht mit dem Kopf durch die Wand konnte, wenn die Bürgerschaft entschlossen war, das zu verhindern. Wie es mit dem Zollen werden wird ist noch nicht abzusehen, schrieb er im August 1829 kurz vor den neuerlichen Abstimmungen, die Meinung ist gar zu sehr dagegen ich glaube nicht daß er zu halten ist, wenn gleich die Gründe der so schlechten Handlung in ganz andern Sachen als im Zoll liegen.[53] Er meinte die sinkenden Preise, die anhaltende Deflation. Das war wohl so. Es kam auch noch eine andere, grundsätzlichere Überlegung hinzu. Konnte es nicht wirklich sein, dass niedrige Zollsätze den Handel so in Schwung brachten, dass letztlich sogar höhere Einnahmen dabei herauskommen würden? Immerhin gab es Beispiele dafür, die Zollsenkungen unter Premierminister Pitt Ende des 18. Jahrhunderts und daneben eine Erfahrung aus Ritzebüttel. Es giebt zwei schlagende Beweise, daß man bei mäßigeren Preisen, die Einnahme nicht nur nicht vermindert, sondern vermehrt; das eine Beispiel, geben die nach England fahrenden Paquetböte, das andere die Herabsetzung des Zolles auf Thee, durch den großen englischen Minister Pitt, wo in beiden Fällen sich die Einnahme, bei heruntergesetzten Preisen vermehrt hat.[54] Das war vielleicht eine etwas verquere Kombination von Beispielen, der Sinn, der darin lag, war aber sehr deutlich. Der britische Premierminister William Pitt hatte in den 90-er Jahren den Zoll auf Tee von 119 % auf 12,5 % gesenkt und trotzdem hatten sich die gesamten Einnahmen des Zolls erheblich erhöht.[55] Die Zollsenkung mit verbundener Mehreinnahme war Teil eines großen finanziellen Reformprogramms, das die englische Wirtschaft fit gemacht hatte für die Kriege gegen Napoleon. Ob das allerdings für die Hamburger Diskussion zielführend war, stand dahin. Die Republik stritt ja über Zollsätze von 1 oder 2 Prozent.
Politische Geschmeidigkeit war zu empfehlen, denn ein neuerliches Desaster kündigte sich an. Die Hundertachtziger stimmten dem neuen Senatsantrag nicht mehr zu, der allerdings auch kaum Konzessionen enthielt.[56] Abendroth wollte nachgeben, Bürgermeister Bartels aber sah die Zeit gekommen, Widerstand zu leisten. Wogegen genau? Gegen den Verfall der Aufklärung, der politischen Sitten und gegen die ungezügelte Habgier der kommerziellen Klassen. Bei ihm machte sich der Eindruck breit, dass die Bürgerschaft vernünftigen Argumenten nicht mehr zugänglich sei. In den Kammern herrschte bei den Abstimmungen Geschrei und Getöse. Es war unerhört und beispiellos. Es erschienen in dieser Bürgerversammlung 4 – 500 Menschen, schrieb er im Dezember 1829 an Smidt, die ältern Bürger einverstanden mit dem Senat, traten seinem Antrage bei. Die jüngern verwarfen ihn ohne Gründe, mit Nein! und sonstigen Exclamationen. Man ajournirte die Sache, … stellte ihnen vor, der Staatshaushalt könne den Ertrag des Zollen (etwa eine Million) nicht entbehren, eine Aendrung erfordere Zeit und Ueberlegung: aber die Widersezlichkeit vermehrte sich. Dann der Senatsvorschlag zur Güte: nur eine Verlängerung des Zolls um sechs Monate, um Bedenkzeit zu gewinnen. Es half nichts. Die erhizten Köpfe schrien Nein, und so kam es leider zur großen EntscheidungsDeputation, ohne daß ein Gegenstand der schwer zu entscheiden, vorlag.[57] Es fühlte sich an wie das Ende der politischen Aufklärung – in doppelter Hinsicht. Das Argument versagte und die Bürger gaben fühlbar den Anspruch auf, im besten Interesse des gesamten Gemeinwesens zu sprechen. Interessenpolitik stand auf der Tagesordnung.
Es war ein guter Zeitpunkt, zu einem aufgeklärten Konservativen zu werden. Bartels stand damit nicht allein. Bürgermeister Wilhelm Amsinck, der sich auch als Reformer und Verbesserer auf den Weg gemacht hatte, diagnostizierte geradezu ein Versagen der Republik, weil die kommerziellen Klassen nur noch das Geld im Auge hatten. Es hängt in einem großen Reich, schrieb er in einem Memorandum zur Zollerhöhung, von dem Willen weniger ab, … Ausfälle im Handelsverkehr durch andere Auflagen zu ersetzen: und dabey ist die Stimme des interessirten Privaten die Unbedeutendste. Alles dieses aber veranlaßt große Schwierigkeiten, und bis zur Unmöglichkeit, in einem kleinen Staat freyer Bürger, die über ihr persönliches Interesse und unfehlbar in der Majorität mit Unterordnung des Staats-Wohls stimmen.[58] Das war schweres Geschütz. Der freie Bürger stimmte für sein Eigeninteresse, sollte die Republik sehen, wo sie blieb. Amsinck empörte sich dann noch über das Geschrey des, übrigens nur für seine Tasche stimmenden, Patrioten.[59] Wo sollte das hinführen?
Der Senat war unter diesen Umständen nicht bereit nachzugeben. Jetzt ging es ums Ganze, den sozialen Frieden und den grundsätzlichsten Grundsatz der Verfassung der Republik, der sowohl die Zustimmung des Senats als auch die Zustimmung der Bürgerschaft für Gesetzesvorlagen forderte.[60] Einmütig und freiwillig, darauf kam es an. Diese Regelung war das Ergebnis der Hamburger Beinaherevolution, die sich gut hundert Jahre zuvor ereignet hatte. Die Bürger hatten damals die Macht für sich allein beansprucht und zur Einschüchterung des Rats populäre Konvente mit 2000 Teilnehmern[61] veranstaltet, in denen es nach neueren Einsichten etwas an kühler Vernunft gefehlt hatte. Die Konservativen erinnerten sich mit Schaudern, dass auf dem Rathause die Fäuste geflogen waren, nachdem die erregten Teilnehmer sich mit Wein und Bier in Stimmung gebracht hatten.[62] Im Versammlungslokal soll bei einer solchen Gelegenheit nur ein einziger Stuhl unversehrt geblieben sein.[63]
Es ging um die Grundlagen der Republik, die Frage, wo die Souveränität des Gemeinwesens lag und wie sie im Streitfall ausgeübt wurde. Jetzt war der Streitfall da, klare und massive Mehrheiten in Senat und Kammern, die sich gegenseitig blockierten. Ein Gesetz musste aber unbedingt her, weil der Zoll in Kürze auslief. Wenn das passierte, fehlte eine Million, ein rundes Viertel der Staatseinnahmen, eine Eventualität, die man besser nicht riskierte. Aber nachgeben wollte niemand, was kein Wunder war. Auf dem Spiel stand die Prosperität des Hamburger Handels, wovon ja bekanntlich alles abhing. Indirekt ging es um noch viel mehr: den gesellschaftlichen Kompromiss zwischen Arm und Reich, mit dem die Republik bisher gelebt hatte.
Eigentlich bot die Verfassung einen einfachen Weg: die Entscheidungsdeputation, paritätisch besetzt von Senatoren und Bürgern.[64] Sie bildete eine Art Diktatur auf Zeit, um eine Entscheidung zu erzwingen.[65] Aber das war der verfassungsmäßige Ausnahmezustand. Sie war, so wurde es in der Bürgerschaft aufgefasst, als Drohung zu verstehen, um verschreckte Bürger auf Linie zu bringen.[66] Beneke hatte seine Erfahrungen damit in einer aufregenden Nacht des Jahres 1801 gemacht, als große Mehrheiten unter der senatorischen Diktatsdrohung dahingeschmolzen waren. Auch 1823 hatte das noch funktioniert.[67] Aber die Zeiten hatten sich geändert.
Im Oktober 1829 nahm der Konvent die Herausforderung an. Die Entscheidungsdeputation wurde beantragt, genehmigt und sie versammelte sich. Ihr Präsident war Abendroth. Sie tagt sub meo praesidio sive directorio wie es officiel heist,[68] so schrieb er an Hartung nach Ritzebüttel. Und zum ersten Mal in der Geschichte der Republik traf die Entscheidungsdeputation wirklich eine Entscheidung. Es war ein schwerer Bruch der politischen Kultur der bürgerlichen Eintracht. Abendroth war froh, als es vorbei war, ich hoffe man hat gegenseitig genug von dieser Commission, und wird sie vorerst nicht wieder nehmen, es ist ein desperates Mittel was auf Leben und Tod geht wie ein Kaiserschnitt.[69] Es war so weit gekommen, dass die Opposition in der Bürgerschaft den Ausnahmezustand provozierte. Gesetze konnten nur noch per Kaiserschnitt verabschiedet werden. Bürgermeister Bartels sah die Zeichen an der Wand. Die Sache selbst, so warnte er, ist gewis für unsre Verfaßung von großem Nachtheil. Das Beispiel von Widersezlichkeit, wird besorglicher Weise zu Folgen führen. Und das sich Festsezen einer Caprice in einer so großen Versammlung – ist verderblich.[70] Was war zu tun? Ratlosigkeit. Der Senat strebt iezt dahin, das Ding bald möglichst zu Ende zu bringen und vergeßen zu machen.[71] Das war nicht sonderlich einfallsreich, aber irgendwie musste der politische Friede wiederhergestellt werden. Der Senat musste sich beugen – und mit ihm Bürgermeister Bartels, der einen beginnenden Krieg zwischen Reich und Arm fürchtete.
Es kam also zu einem dictatorischen Ausspruche,[72] wie Bartels es ominös formulierte. Verhandlungen und Ausgleich hatten versagt. Was passierte genau? Die Deputation verlängerte die geltenden Zollsätze bis Ende April 1830. Das war nun nichts Dramatisches, aber allen Beteiligten war klar, dass sie damit den Senat ultimativ aufforderte, der Bürgerschaft ein Niedrigzoll-Gesetz vorzulegen. Offen war die konkrete Höhe. Zehn Mitglieder des Hauses, darunter Hudtwalcker, Sillem, Westphalen, Pehmöller und Rentzel, stimmten für 0,25 Prozent; acht stimmten für 0,5 Prozent, darunter Abendroth und Amsinck; vier stimmten für 0,75 Prozent. Dazu gehörten Bartels und Mönckeberg.[73] Eine massive Zollsenkung bei den Importen von See her von 1,5 % auf 0,5 % passierte dann den Bürgerkonvent vom 28. Januar 1830,[74] den Kammern vorgelegt von einem Senat, der sich nicht mehr anders zu helfen wusste. Freiwillig tat er es nicht. Es war eine Rettungsaktion für die politische Kultur der Eintracht. Es war das Rezept von Bürgermeister Bartels. Eine Republik kann nur leben und gedeihen bei innerer Harmonie aller ihrer Theile ohne Ausnahme.[75] Danach sah es im Augenblick aber nicht aus und auch der Bürgermeister hatte seine Zweifel. Intern sprach er von all dem, wozu uns die Bürgerschaft izt gezwungen hat, und fügte dann noch etwas über die Infamie der Kaufleute hinzu.[76]
Die konkrete Umsetzung der Beschlüsse brachte noch einmal einige Aufregungen, aber es war kein Vergleich mit der gerade überstandenen Verfassungskrise. Der Handel war von meteorologischen Voraussetzungen abhängig. Ende Winter wartete alles auf das Aufbrechen des Eises der Elbe. Wäre es nach den Politikern gegangen, hätte in diesem Jahr das Eis noch etwas halten können. Abendroth gab das augenzwinkernd bei Gouverneur Hartung in Ritzebüttel in Auftrag. Wir hoffen noch daß unsere Zollsache vor Wiedereröffnung der Schiffahrt in Ordnung kömt … Sie halten etwas auf Ordnung daß die Elbe nicht früher aufgeht; wir vermeiden dadurch eine Menge Scherereien.[77] Der Senator hatte mit seinem inneren Gleichgewicht auch seinen Humor wiedergefunden. So ganz sicher war er sich aber nach wie vor nicht, ob die Zolloperation ihr Ziel erreichen würde – auch die Mehrheit der Herren Senatoren war es nicht, ich bin neugierig ob der erwünschte Erfolg daraus hervorgehen wird – Das Opfer ist nun gebracht und nun muß man an den Erfolg glauben und diesen Erfolg allenthalben propagiren.[78] Er war wieder einmal sehr pragmatisch. Das Wetter spielte glücklicherweise mit, alles war vorbereitet, als Anfang März das Eis der Elbe krachend aufbrach, und Abendroth pfiff noch einmal kurz in den dunklen Wald, viele vernünftige Leute versprechen sich viel davon.[79]
Die ersten Anzeichen waren dann aber ziemlich ermutigend. Schon im März wurden über 2 Millionen Pfund Twist aus England eingeführt, die sonst niemals den Weg in die Speicher an den Hamburger Fleeten gefunden hätten.[80] Die Zollsenkungen beflügelten die Dynamik des Handels, aber würde das den Firmengewinnen helfen? Abendroth hatte seine Zweifel. Im allgemeinen ist hier ein gewaltiger Geist rege die Handlung immer freier zu machen bey der wenigen Eintracht unter den Kaufleuten wird es aber bald dahin kommen daß jeder noch wohlfeiler als sein Nebenbuhler die Leute bedient und sie so alle nichts mehr verdienen.[81] Irgendwie sah es so aus, als hätte die vielgerühmte freie Konkurrenz ihre Grenzen, die sich auch für die spekulierende Kaufmannschaft schmerzlich bemerkbar machten.
Ob die Zollsenkung das soziale Gleichgewicht der Republik bedrohte, blieb nur kurz unklar. Die Einnahmen fielen in etwa wie erwartet von 900.000 auf 500.000 Mark pro Jahr.[82] Im 5-Millionen-Haushalt der Republik entstand dadurch ein Defizit von knapp 10 %. Es musste gedeckt werden und Bürgermeister Bartels ahnte schon, dass sich die wohlhabenden Klassen dafür nicht verantwortlich fühlen würden. Es roch nach Klassenkampf, nach Krieg zwischen Arm und Reich. Was kann im Laufe der Zeiten davon anders die Folge seyn, fragte er Ferdinand Beneke, dem er sich immer mehr näherte, als ein Krieg der größeren Maße gegen den wohlhabendern Kaufmann, ein Krieg der leichter erregt als verhindert ist, und der unfehlbar einen innern Kampf des Aermern gegen den Reichern, und zuletzt den Untergang der Stadt herbeiführt. Dies scheint mir die ernsteste Seite der Veränderungen welche wir jetzt getroffen haben.[83]
Das war in der Tat ernst. Der Schlüssel lag bei den Steuern. Wer würde die notwendigen Erhöhungen tragen? Die Reichen und Wohlhabenden? Genau dafür hatte sich Georg Elert Bieber aber doch eingesetzt. Es war die klassische Position des gemeinnützigen Geschäftsmanns der Aufklärung. Die Einführung einer Einkommenssteuer sollten in erster Linie die Betuchten treffen.[84] So hatte er sich das vorgestellt. Höhere Verbrauchssteuern schloss er ausdrücklich aus, um den Steuerdruck auf die ärmeren Klassen nicht zu erhöhen.[85] Das war sozial und verantwortungsvoll gedacht, aber es passierte das Gegenteil. Die Bürgerschaft verabschiedete die Erhöhung der Verbrauchssteuern auf Weizenmehl und Schlachtvieh und die Einführung einer Steuer auf Milch.[86] Für die kleinen Leute sah es finster aus.
Ferdinand Beneke und das Präsidium der Bürgerschaft hatten dagegen noch Widerstand geleistet. Sie forderten generell eine stärkere steuerliche Belastung des Handels zur Deckung des Zolldefizits. Und das formulierte der Sekretär Ehrbarer Oberalten so: Mehrere erdenkliche Auflagen dieser Art können billiger Maaßen das handelnde Publicum (die Personen) treffen, ohne auf den Handel selbst (die Geschäfte) zu drücken, und sind nach EO Ansicht alsdann solche Auflagen … um so eher andern vorzuziehen, weil sie auch den Fremden, der die Vorteile unsers Platzes und unsrer Elbschiffahrts Anstalten genießt, mit herbeyziehen.[87] Das Präsidium lehnte die Verbrauchssteuer auf Milch also ab. Es half aber nichts. Die Bürgerschaft, die sich in wirtschaftsliberaler Begeisterung befand, stimmte der Gesamtvorlage des Senats inklusive der Verbrauchssteuern zu, verstärkte die sozialpolitische Schlagseite dieses Steuerpakets sogar noch durch die Ablehnung einer Besteuerung von Banküberweisungen.[88] Die kommerzielle Klasse, die sich im Namen von Liberalismus und Handelsfreiheit gerade eine Abgabensenkung um einige hunderttausend Mark gönnte, erklärte sich für unzuständig.
Die neue Finanzstruktur führte die Republik in eine innere Zerreißprobe. Dr. Bartels erinnerte sich vielleicht der Zeiten – so lange lagen sie noch nicht zurück –, als Georg Heinrich Sieveking, der erste Millionär der Republik, Erbschafts- und Luxussteuern für den Ausgleich zwischen Arm und Reich gefordert hatte. Zwar stand eine Ausdehnung der Erbschaftssteuer auch jetzt auf dem Programm. Aber das Einnahmeplus taxierte die senatorische Vorlage auf gerade einmal 15.000 Mark.[89] Das war das Jahreseinkommen einer etwas reicheren Familie. Eine gleichmäßigere Vermögensverteilung war davon nicht zu erwarten. Für Bürgermeister Bartels stellte sich also die soziale Frage. Und was kann das für heilsame Folgen haben, wenn man dem Reichern die Abgaben abnimmt und sie dem Ärmern in der Consumtions Accice wieder auflegt; wird nicht der Ärmere auch einmal erwachen, und von einer Accise Scheu befallen werden, gleich der Zoll Scheu der Reichern? Wie ist dann die Ruhe zu erhalten, oder wiederherzustellen? besonders da die Kaufleute es ihnen gezeigt haben, wie man es anfangen müße, um den Rath zum Nachgeben zu bringen.[90] Die Reichen der Republik waren gerade dabei, einen Klassenkampf Reich gegen Arm anzustiften.
Eine einigermaßen sozialverträgliche Umlage musste aber gefunden werden – auch um die öffentliche Meinung zu beruhigen. Dafür bot sich die Entfestigungssteuer an. Im Prinzip war sie eine Einkommens- und Lohnsteuer, die ursprünglich dazu gedient hatte, den Rückbau der Befestigungsanlangen zu finanzieren. Wie es so ging, wurden die Einnahmen dann auch anderen Zwecken zugeführt, dem Bau moderner Chausseen zum Beispiel. Einkommen unter 400 Mark waren steuerfrei.[91] Kleine Leute mit weniger als 400 Mark zahlten also gar nichts, mittlere Einkommen zwischen 400 und 1000 Mark eine Mark, hohe Einkommen von 10.000 Mark belastete der Fiskus der Republik mit 60 Mark. Das war immerhin der Ansatz von Progression, und so wurde die Erhöhung dieser Steuer vom aufgeklärten Dr. Abendroth auch als gezielte Belastung der Reichen dargestellt. Die Verdoppelung der Entfestigungssteuer ist bekanntlich zur Deckung des bedeutenden Ausfalles in dem Einkommen, der durch die allgemein gewünschte Herabsetzung des Zolles entstanden ist, nebst manchen andern Abgaben, bestimmt; wahrscheinlich hat man die Verdoppelung dieser, die Reichen besonders stark besteuernden Abgabe vorgeschlagen und angenommen, weil die einmal eingerichtete Einnahme bey einer Verdoppelung keine Schwierigkeit der Erhebung veranlaßt, … da doch der Ausfall am Zollen gleich mußte gedeckt werden.[92]
War das Argument der sozialen Balance unter den gesellschaftlichen Klassen realistisch? Auf den ersten Blick ja, auf den zweiten Blick tauchen Zweifel auf. Die Einnahmen aus der Entfestigungssteuer waren gering, an die 120.000 Mark pro Jahr,[93] etwa 3% des Gesamthaushalts, und lagen damit weit unter dem Aufkommen der Verbrauchssteuern, der Accisen auf Milch, Mehl und Fleisch. Wurden die merklich erhöht, konnte von einer besonderen Belastung von Geld und Reichtum nicht mehr die Rede sein. Dr. Bartels hatte trübe Vorahnungen. Dringt, so der Staatschef der Republik, besonders der Accise wegen, die Meinung in die niedre Volksklaße ein, daß man den Kaufmann begünstige und die vorzüglichsten Nahrungsmittel belaste, so scheinen mir innere Unruhen unvermeidlich.[94]
Kurze Zeit später waren sie da.
Die Abkürzungen StAHH, StAB und StACux beziehen sich auf Bestände der Stadt- und Staatsarchive von Hamburg, Bremen und Cuxhaven; die Fußnoten auf die Literaturliste.
[1] Verhandlungen und Schriften, Bd. 1 (1792), S. 66f.
[2] Bieber: Miethe, S. 1.
[3] Bieber: Miethe, S. 84.
[4] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel II Fach 1 Vol E, Abendroth an den Senat, 11.1.1810.
[5] Bartels: Briefe, Bd. 3, S. 258.
[6] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 26 Dok 3, Gossler im Senat, 9.10.1828, S. 20.
[7] Litterarische Miscellen, 22.7.1829.
[8] Abendroth: Wünsche, S. 120-127; Hudtwalcker: Bemerkungen, S. 46-59.
[9] Abendroth: Wünsche, S. 120. Vgl. auch Soetbeer: Handel, S. 46-48.
[10] Hudtwalcker: Bemerkungen, S. 54f.
[11] Hudtwalcker: Bemerkungen, S. 51.
[12] Abendroth: Wünsche, S. 125.
[13] Abendroth: Wünsche, S. 120.
[14] Abendroth: Wünsche, S. 123.
[15] Abendroth: Wünsche, S. 126.
[16] Abendroth: Wünsche, S. 121.
[17] Abendroth: Wünsche, S. 122; Anderson, Lappenberg: Sammlung, Bd. 1, S. 132-138 und 309-327.
[18] Soetbeer: Handel, S. 20.
[19] Allgemeine Zeitung, 17.1.1820.
[20] StAHH, Allg. Armenanstalt I 6, Memorandum J.E.F. Westphalens, 20.2.1830.
[21] Gallois: Geschichte, Bd. 3, S. 131 und S. 274; Soetbeer: Handel, S. 51.
[22] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 26d, Akte des Senators Pehmöller, 1828-1831.
[23] Gallois: Geschichte, Bd. 3, S. 275.
[24] Nipperdey: Deutsche Geschichte 1800-1866, S. 146.
[25] Abendroth: Ritzebüttel, Tl. 2, S. 26.
[26] StAHH, Allg. Armenanstalt I 6, Memorandum J.E.F. Westphalens, 20.2.1830.
[27] Beneke: Tagebücher, Jahresübersicht 1823.
[28] Soetbeer: Handel, S. 51. Es war der Durchschnittswert der Jahre 1824-1829; Gallois: Geschichte, Bd. 3, S. 131.
[29] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 26 Dok 3, Gossler im Senat, 9.10.1828, S. 6f. Wichtig ist, dass diese Zahlen die Warenströme, die unverzollt per Transito über Hamburg ins deutsche Inland flossen – 1840 jährlich 50 Millionen Mark –, nicht berücksichtigten. Soetbeer: Handel, S. 53.
[30] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 26 Dok 3, Gossler im Senat, 9.10.1828, S. 7.
[31] StAHH, Familie Beneke Ferdinand Beneke C 13, Politischer Jahresrückblick 1825, S. 10.
[32] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 26 Dok 39, Memorandum der Commerzdeputation an den Senat, 11.5.1829.
[33] Gallois: Geschichte, Bd. 3, S. 127.
[34] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 26 Dok 3, Gossler im Senat, 9.10.1828, S. 12.
[35] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 26 Dok 6, Memorandum Westphalens, 30.7.1828, S. 1.
[36] Bieber: Einfluß unsers Zolls, § 7.
[37] Bieber: Einfluß unsers Zolls, § 22.
[38] Bartels: Abhandlungen, S. 163.
[39] Bartels: Abhandlungen, S. 165.
[40] Bartels: Abhandlungen, S. 165.
[41] Abendroth: Beleuchtung, S. 7.
[42] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 19 Dok 20, Ferdinand Beneke: Bemerkungen über die gegenwärtige Lage der Zollverhandlungen, 15.6.1823.
[43] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 75, Abendroth an Hartung, 26.3.1829.
[44] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 75, Abendroth an Hartung, 26.3.1829.
[45] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 26 Dok 43.
[46] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 27 Dok 29, Resolution der Oberalten, 9.10.1829.
[47] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 80, Abendroth an Hartung, 9.6.1829. Der Feuerbieber war Georg Elert Bieber, da er seit 1795 Bevollmächtigter der Brand-Versicherungs-Association war und feurig gegen den Zoll agitierte. Sein Bruder war Johann Otto Bieber. Beide waren Mitglieder der Oberalten, also des Präsidiums der Bürgerschaft.
[48] Beneke: Tagebücher, 12.6.1829.
[49] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 27 Dok 5, von Beneke verfasste Resolution der Oberalten, 5.8.1829.
[50] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 84, Abendroth an Hartung, 25.8.1829.
[51] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 26c, Akte des Senators Westphalen, ein Auszug der der National-Zeitung der Deutschen, August 1829.
[52] Litterarische Miscellen, 22.7.1829.
[53] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 83, Abendroth an Hartung, 6.8.1829.
[54] Abendroth: Ritzebüttel, Tl. 2, S. 64.
[55] Briggs: Age, S. 119.
[56] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 27 Dok 23, Resolution der 180er, 7.10.1829.
[57] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 12.12.1829.
[58] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 29, Memorandum Wilhelm Amsincks, Blatt 5, 24. M.(unleserlich) 1829.
[59] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 29, Memorandum Wilhelm Amsincks, Blatt 6, 24. M.(unleserlich) 1829.
[60] Bartels: Abdruck, S. 197f., Haupt-Receß Art. 1.
[61] Bolland: Senat, S. 16.
[62] Bartels: Abhandlungen, S. 145f.
[63] Wohlwill: Geschichte, S. 47.
[64] Zu den gesetzlichen Grundlagen: Bartels: Abhandlungen, S. 135-138.
[65] Bartels: Abhandlungen, S. 157.
[66] Bartels: Abhandlungen, S. 162.
[67] Anderson, Lappenberg: Sammlung, Bd. 8, S. 69f.
[68] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 88, Abendroth an Hartung, 20.10.1829.
[69] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 89, Abendroth an Hartung, 27.10.1829.
[70] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 12.12.1829.
[71] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 12.12.1829.
[72] Bartels: Abhandlungen, S. 163.
[73] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 29 Blatt 154, Notiz des Syndikus von Sienen, 2.11.1829.
[74] Anderson, Lappenberg: Sammlung, Bd. 11, S. 112-116.
[75] Bartels: Abhandlungen, S. 149.
[76] StAHH, Familie Beneke Ferdinand Beneke C 11, Bartels an Beneke, 18.4.1830.
[77] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 94, Abendroth an Hartung, 17.2.1830.
[78] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 94, Abendroth an Hartung, 17.2.1830.
[79] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 95, Abendroth an Hartung, 6.3.1830.
[80] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 99, Abendroth an Hartung, 28.3.1830.
[81] StACux, Amtsarchiv Ritzebüttel I Fach 13 Vol B Fasc 2 Dok 102, Abendroth an Hartung, 25.5.1830.
[82] Soetbeer: Handel, S. 51. Die Zahl ist der Durchschnittswert der Jahre 1830-1834.
[83] StAHH, Familie Beneke Ferdinand Beneke C 11, Bartels an Beneke, 18.4.1830.
[84] Bieber: Einfluß unsers Zolls, §§ 30-37.
[85] Bieber: Einfluß unsers Zolls, § 40.
[86] Anderson, Lappenberg: Sammlung, Bd. 11, S. 112-116; Gallois: Geschichte, Bd. 3, S. 130.
[87] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 30 Dok 3, Resolution der Oberalten, 30.12.1829.
[88] StAHH, Senat Cl VII Lit Ea Pars 2 No 10 Vol 1a Fasc 28 Dok 33, Protest der Bankbürger, 27.11.1829.
[89] Gallois: Geschichte, Bd. 3, S. 130.
[90] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 20.2.1830.
[91] Buek: Handbuch, S. 468ff.
[92] Abendroth: Beleuchtung, S. 12.
[93] StAHH, Familie von Voght Caspar von Voght I 42, Abendroth an Voght, 17.12.1832.
[94] StAB, 2 B 5 a 7 Vol 2, Bartels an Smidt, 6.1.1830.


